14.07.2008
Frage von Christian Krasselt aus Puchheim,
meine Antwort Christian Krasselt aus Puchheim fragt: ---------------------------------
Verehrte Frau Hasselfeldt
aus welchem Grund hält die bayer. Staatsregierung an dem dreistufigen Schulsystem fest, obwohl dieses selbst von der OSZE als ungünstig bewertet wird?
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Sehr geehrter Herr Krasselt,
haben Sie Dank für Ihr Schreiben vom 7. Juli zum bayerischen Schulsystem. Da nicht die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), sondern die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) Stellungnahmen zum Schulsystem gibt, nehme ich an, dass Sie sich darauf beziehen.
In Bayern und den meisten anderen deutschen Ländern gibt es nach der Jahrgangsstufe 4 unterschiedliche Bildungsgänge. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass alle Kinder möglichst früh entsprechend ihrer Begabung gefördert werden können.
Ein internationaler Vergleich der Leistungsfähigkeit von Bildungssystemen spricht nicht für eine Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit, wenn dies auch in manchen Stellungnahmen der OECD suggeriert wird. In den in den letzten Jahren durchgeführten internationalen Schulleistungsstudien, allen voran PISA, finden sich keine Belege für einen positiven Zusammenhang zwischen der Dauer der in einem Bildungssystem vorgesehenen gemeinsamen Schulzeit und dem von den Schülern erreichten durchschnittlichen Leistungsniveau.
Beim innerdeutschen Vergleich im Rahmen von PISA 2000 und 2003 haben zudem die Länder mit einem ausgeprägten gegliederten Sekundarschulsystem wie Bayern bessere Leistungen erzielt als Länder mit hohem Gesamtschulanteil. Bayerische Schülerinnen und Schüler hielten in allen drei bei PISA untersuchten Leistungsbereichen sogar die Spitzenposition. Dies hängt sicherlich nicht nur, aber auch, mit dem dreistufigen Schulsystem zusammen, da hier auf die individuellen Stärken und Schwächen besser eingegangen werden kann. Die Zusammensetzung der Klassen ist in der Regel homogener.
Mit freundlichen Grüßen
Gerda Hasselfeldt, MdB
© Gerda Hasselfeldt, MdB, 2008
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