Gerda Hasselfeldt Eine starke Frau in Berlin Bundestagswahl 2005
07. Februar 2012
 
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30.06.2009

Frage von Martin Ulbricht aus Haimhausen,
meine Antwort


Martin Ulbricht aus Haimhausen fragt:

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Sehr geehrte Frau Hasselfeldt,

nach dem Amoklauf in Winnenden sieht die Bundesregierung vor Paintball zu verbieten.

Ich bin 29 Jahre alt, im Versicherungswesen tätig, habe viele Freunde und führe ein erfülltes Sozialleben. Zudem spiele ich leidenschaftlich gerne den Mannschaftssport Paintball. Trotzdem habe noch nie in irgendeiner Weise jemanden absichtlich Schaden zugefügt. Im Gegenteil - ich würde mich als äußerst friedlich und friedliebend bezeichnen.

Deshalb verstehe ich auch nicht die Gründe für dieses geplante Verbot.
Wieso will tausenden von Menschen ihre Freizeitbeschäftigung nehmen, sie für etwas bestrafen, obwohl sie nichts falsch gemacht haben, obwohl das ganze nichts mit dem Amoklauf zu tun hat?  Der jugendliche Amokläufer hatte nicht einmal die Möglichkeit diesen Sport auszuüben. Die Ausübung ist erst ab dem 18 Lebensjahr möglich. Zudem berechtigt einen das Spielen von Paintball nicht - echte Waffen zu besitzen oder gar zu führen.

Der Amokläufer hatte sein Waffen von den Eltern, die wohl Freizeitschützen waren und mindestens eine ihrer Waffen illegal aufbewahrt haben. Meiner Meinung ist wenn überhaupt, die Schuld bzw. der Fehler hier zu suchen. Daran ändert das geplante Verbot rein gar nichts. Im Gegenteil, ein Verbot könnte sogar Aggressionen schüren wo es vorher gar keine gab.

Können Sie mir bitte näher legen, welche Argumente denn angebracht werden, um dieses Verbot  zu legitimisieren?
Und würden Sie Sich bitte dazu äußern, wie Sie dazu stehen?

Viele Grüße & Vielen Dank für ihre Antwort Martin Ulbricht

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Sehr geehrter Herr Ulbricht,

haben Sie vielen Dank für Ihre Zuschrift zum Thema Paintball-Verbot auf der Website von Abgeordnetenwatch.

Nach dem schrecklichen Amoklauf von Winnenden war neben einer Verschärfung des Waffenrechts auch ein Verbot von Spielen wie Paintball und Laserdome gefordert worden. Befürworter eines Verbotes befürchten, dass durch diese Spiele das Töten von Menschen quasi eingeübt werde und die Hemmschwelle zur Anwendung von Gewalt herabgesetzt werde. Wissenschaftlich sind derartige Auswirkungen von Paintball oder Laserdome-Spielen jedoch nicht erwiesen.

Die Fraktionen von CDU/CSU und SPD im Deutsche Bundestag haben deshalb von einem Verbot dieser Spiele im Rahmen der kürzlich verabschiedeten Änderung des Waffenrechts abgesehen. Dem Gesetzesbeschluss wurde stattdessen eine Entschließung beigefügt, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, die Auswirkungen von Paintball, Laserdome und ähnlichen Spielen aus psychologischer, kriminologischer und soziologischer Sicht zu untersuchen.

In der Vergangenheit gab es oft Missverständnisse über die Ziele und die Spielführung von Paintball. Ich selbst habe mir das Spiel am Rande eines Fachgesprächs zum Thema „Killerspiele“ nochmals genau erklären lassen und war erstaunt über das hohe Maß an Teamgeist und strategischem Denken, das für dieses Spiel notwendig ist.

Im Moment gilt es, die wissenschaftliche Studie, die nach der Entschließung des Bundestages in Auftrag gegeben wird, abzuwarten. Erst nach Abschluss der Studie wird sich zeigen, ob ein Verbot von Paintball-Spielen erneut diskutiert werden muss.

Mit freundlichen Grüßen

Gerda Hasselfeldt, MdB
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